Film & Fernsehtipps | Was wir lieben

Sommer in ORANGE: Die Bhagwan Kommune in Oberbayern: ein fantastischer Film

20. Juli 2013

aSommer in Orangeaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhh, was ein sagenhafter, umwerfend komischer Film… wenn ihr schnell seid, gibt es ihn hier in der ARD Mediathek noch zu sehen….

2011 lief er in den Kinos, ich wollte ihn damals schon so gerne sehen, hab ihn aber leider verpasst…und jetzt ganz unerwartet kam er in der ARD und ich muss sagen ich fand ihn noch um einiges besser als erwartet….
Er erinnert mich an Poona, Oshos Ashram in Indien und wenn auch heutzutage das Ganze etwas softer ist, bleibt doch die Message dieselbe…Schüttel was Du hast und was Du nicht mehr brauchen kannst schüttel raus…

Die Webseite des Films ist auch sehr schön und man kann so einiges nachlesen und vor allem sehen:
tolle verschiedene Trailer, die mir persönlich so grosse Lust machen, sofort dabei zu sein…….

Die Kehrseite der Medaille 80er Jahre Selbstbefreiung, Bhagwan und spirituelle Erlebnisse ist natürlich eigentlich das Zentrale Thema des Films, denn bei all der Selbstbefreiung und Verwirklichung dreht sich doch halt immer das meiste um sich SELBST…und die Kinder??? Naja, in Poona zumindest dürfen die Kinder nicht mit, und so schien es wohl auch in Oregon, in der die grosse Osho Stadt gebaut wurde oder werden sollte…
und so ging es natürlich auch in den Bhagwan Kommunen nicht in erster Linie um die Kinder, die liefen vielmehr „nebenher“ und wurden als eigenständige, selbstverantwortliche Menschen gesehen. Das waren sie sicher auch in Teilen, nur dass Kinder oft eben noch etwas anderes brauchen ist zumindest heute sicherlich den meisten (auch Sannyasins) klar…

Sexuelle Befreiung in der Wohngemeinschaft, Yoga nackt im Garten und daneben die Blicke der misstrauischen Nachbarn…
Der ganz „normale“ Alltag einer Osho (Bhagwan) Kommune in Bayern, Anfang der 80er Jahre.
Doch der Film SOMMER IN ORANGE, so ausgeflippt er auch scheinen mag ist keine erfundene Geschichte…

Amrita, eine Bhagwan Anhängerin aus Berlin, lebt mit ihren Kindern Fabian (9) und Lili (12) in einer Kreuzberger-Sannyasin-Kommune.
Siddharta, ein Mitbewohner und Amritas momentaner Liebhaber erbt überraschend einen riesigen alten Bauernhof in Oberbayern und prompt beschliesst ein Teil der WG aufs Land zu ziehen um dort ein Bhagwan Therapiezentrum aufzubauen.
Was dort passiert ist eigentlich schon klar: Die Sannyasins
die sich durch ihre Meditationsrituale, ihre Freizügigkeit und ihre orangefarbene Kleidung abgrenzen treffen auf die konservativen Dorfbewohner die den Zugezogenen mit Misstrauen aber durchaus auch mit Neugier begegnen.
Das kommt so gar nicht bei den Sannyasins an, sie geniessen das wilde Leben auf dem Land und der eine oder vor allem die andere kommt den Dorfbewohnern durchaus näher….
Sehr viel schwerer ist es da für die Kinder und vor allem für Amritas Tochter Lili, die im Film die Hauptrolle spielt…
Sie hat durch den Umzug all ihre Freunde verloren und wird in der Dorfschule ruckzuck zur Außenseiterin.
Und weiss nach kürzester Zeit nicht mehr wo sie selbst eigentlich steht…
Ein anstregender Spagat beginnt: während sie zu Hause in der Kommune orangefarbene Kleidung trägt und Osho (Bhagwan) zitiert, trägt sie in der Schule Dirndl, gibt alles um in verschiedene Vereine aufgenommen zu werden und betet das Vaterunser.
Lili fühlt sich von ihrer Mutter Amrita vernachlässigt, da diese lediglich mit ihrer Selbstbefreiung beschäftigt ist und Lili laut dieser „ das alles ganz toll alleine schafft“…
Auch innerhalb anderer Beziehungen in der Kommune gibt es genug Zündstoff und so passiert es, dass eines Tages die komplette Kommune bei einem Dorffest ihre Konflikte mit den Dorfbewohnern und ebenso untereinander offen austrägt….
Lili flieht zur Frau des Bürgermeisters und sorgt in ihrer Verzweiflung für weitere Komplikationen. Doch am Ende wachen alle etwas auf und schließlich nähern sich die gegensätzlichen Parteien doch einander an…

Das ist ganz grob die Geschichte von Marcus H. Rosenmüllers Culture Clash Komödie von 2011, die in Deutschland etwa 570.000 in die Kinos lockte…
Eine tolle Besetzung ( Amber Bongard, Petra Schmidt- Schaller, Georg Friedrich, Oliver Korritke, Brigitte Hobmeier,…) eine fantastische Location, tolle Musik und viele wahnsinnig komische Szenen machen den Film zu einem wahren Hochgenuss wie ich finde…!!!

Irgendwann im Jahre 2006 wurde die Müncher Dokumentarfilmerin Ursula Gruber von ihrem Bruder, dem Berliner Filmemacher Georg Gruber gefragt ob sie nicht Lust hätte, ein Drehbuch über ihre gemeinsame Kindheit zu schreiben. Über ihr Leben in der Bhagwan Kommune erst in München, dann in Bayern auf dem Land.
Über Bhagwan selbst, den umstrittenen indischen Guru, dem in den achtziger Jahren nicht nur tausende Deutsche folgten. Über die orangfarbenen Klamotten, über das Meditieren, über den Vegetarismus, über die gelebte freie Liebe.
Und vor allem auch über sie beide, Georg und Ursula. Über ihre Gefühle, ihre Zerrissenheit, ihren Wunsch, so zu sein wie die anderen, über die Sehnsucht, in der Klasse angenommen zu sein und ein ganz normales Leben zu führen.
Ursula überlegte lange und beschloss dann einfach mal anzufangen…als das Drehbuch dann fertig war, wurde ihr klar, dass den Film nur „der Rosi“ machen könne…der auf die Zusendung ihres Drehbuch mit einer schlichten SMS antwortete: „Ich bin total ergriffen, ich möchte den Film unbedingt machen“,
So ist es dann auch gekommen und heraus kam ein toller Film über eine ganz besondere Zeit und deren Sonnen und Schattenseiten…

Meditationsartikel aus dem Gelong Esoterikshop Sortiment:

Sharing is caring!